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Gleb Kazakov

Portrait von Gelb Kazakov

Gleb Kazakov

Kontakt

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
IGK 1956 Kulturtransfer und “kulturelle Identität”
Stadtstraße 5
79104 Freiburg im Breisgau
Deutschland

gleb.kazakov[at]gmail.com
Tel: +49 761 203 98570

Projekt

Die Moskauer Strelitzen-Revolte 1682 in der grenzübergreifenden Kommunikation: Informationstransfer zwischen dem Moskauer Reich und den europäischen Staaten im Spannungsfeld politischer und kultureller Beziehungen

Das Projekt konzentriert sich auf die Untersuchung von Kommunikation über Revolten aus der Sicht der west-osteuropäischen Beziehungen im 17. Jh. In der Frühneuzeit wurde die transkulturelle Kommunikation durch den Einsatz von ‚neuen‘ Medien – Zeitungen und anderen gedruckten publizistischen Genres – aber auch durch die Verdichtung der diplomatischen Beziehungen und Einrichtung von Residenturen befördert und erleichtert. Dabei bildeten politische und soziale Unruhen ein wichtiges Beobachtungsobjekt, was teilweise an dem ethnografischen Interesse der Reisenden und teilweise an der Angst der Obrigkeiten vor Revoltenverbreitung lag. Außerdem konnte die Beobachtung fremder Erfahrungen bei Krisenbewältigung und Ausübung der Präventionspolitik in eigenem Land nützlich sein.

Osteuropa, und vor allem Moskauer Reich, zeigte im 17. Jh. eine sehr intensive Revoltendynamik und wurde mehrmals von heftigen Aufständen erschüttert. Das Bild der „russischen Revolte“ drang in westeuropäische Medien durch und schloss sich mit den verbreiteten Vorstellungen von barbarischem Russland und Moskauer Despotismus zusammen, was zur Diskussion über Ursprünge des russischen Herrschaftsmodells und Wege seiner Modernisierung in Westeuropa führte. Außerdem, für die Nachbarländer wie Schweden waren die Unruhen im Moskauer Reich desto wichtiger, weil man sie mit der eigenen innenpolitischen Lage verglichen hat und nach ihren Auswirkungen auf Außenpolitik gesucht hat.

Auf der anderen Seite des Diskurses, wurde Moskau seinerseits auch mehr und mehr an der Auswertung und Analyse der westeuropäischen Medienberichte über osteuropäische Revolten interessiert. Der Moskauer Zarenhof bestellte und las europäische Presse und versuchte die Verbreitung der Information über Ereignisse im Inland zu kontrollieren. Dieser gegenseitige interkulturelle Diskurs über frühneuzeitliche Revolten zwischen West- und Osteuropa, inkl. der Fragen des Wissenstransfers und des Propagandakrieges, sind die Forschungsobjekte des geplanten Projekts.

Das Projekt konzentriert sich vorwiegend auf die Ereignisse der 70er-80er Jahre des 17. Jhs. und auf die Kommunikation über den Moskauer Strelitzenaufstand von 1682.

Betreuungsteam:
Prof. Dr. Dietmar Neutatz (Erstbetreuung)
Prof. Dr. Ekaterina Dmitrieva
Prof. Dr. Andreas Gelz

Vita

seit Oktober 2014
Doktorand im Fach Osteuropäische Geschichte am Internationalen Graduiertenkolleg 1956 an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Oktober 2017 – März 2018
Forschungsstipendiat des Leibniz-Instituts für europäische Geschichte, Mainz

Oktober 2014 – September 2017
Akademischer Mitarbeiter im Internationalen Graduiertenkolleg 1956 “Kulturtransfer und ‚kulturelle Identität‘ – Deutsch-russische Kontakte im europäischen Kontext” an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

April – Juni 2014
Forschungsaufenthalt am Mahindra Humanities Center, Harvard University

2013 – 2014
Mitarbeiter im Schreibzentrum „PunktUm“ an der Universität Bielefeld

April – September 2013
Start-Up Stipendium der Bielefeld Graduate School in History and Sociology (BGHS), Universität Bielefeld

2011 – 2012
DAAD-Forschungsstipendium in osteuropäischer Geschichte an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

2004 – 2010
Studium der Geschichte, Philologie und Skandinavistik an der Russischen Staatlichen Universität für Geisteswissenschaften in Moskau (RGGU) und der Georg-August-Universität Göttingen

Publikationen

HERAUSGEBERSCHAFTEN:
• Zusammen mit Malte Griesse: Themenheft „Kosakische Aufstände und ihre Anführer: Heroisierung, Dämonisierung und Tabuisierung der Erinnerung“, in: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas, Bd. 65 (2017), Heft 1.

AUFSÄTZE:
• „Sten’ka Razin als Held, „edler Räuber“ oder Verbrecher? Interpretationen und Analogien in den Ausländerberichten zum Kosakenaufstand von 1667–1671“, in: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas, Bd. 65 (2017), Heft 1, S. 34–51.
• „Wahrnehmen, Übersetzen, Aneignen: westeuropäische Druckmedien im Russland des 17. Jahrhunderts. Perspektiven und Methoden“, in: Sonja Erhardt / Jennifer Grünewald / Natalia Kopcha (Hrsg.). Transfer und Transformation. Theorie und Praxis deutsch-russischer Kulturtransferforschung. München: Wilhelm Fink, 2017, S. 245–263. (= Kulturtransfer und ‘kulturelle Identität’, Bd. 1).
• Zusammen mit Ingrid Maier: „Иностранные источники о казни Степана Разина. Новые документы из стокгольмского архива“, in: Slověne = Словѣне. International Journal of Slavic Studies, Vol. 6, № 2 (2017), S. 210−243.
• „Великий Новгород во время стрелецкого восстания 1682 г. по донесениям шведских агентов“, in: Valla. An Interdisciplinary Journal of European Studies, Vol. 6, № 3 (2017), S. 13–18.

REZENSIONEN:
• Tagungsbericht: Visualizing revolt and punishment in early modern times: conflict- and contact-zones between different visual cultures and policies, 25.04.2014 – 27.04.2014 Cambridge, in: H-Soz-Kult, 16.10.2014,
• Rezension zu: Andreas Kappeler, „Die Kosaken: Geschichte und Legenden“, München 2013, in: Ab Imperio 4 (2015), S. 414–419.
• Zusammen mit Konstantin Rapp: Tagungsbericht „Kosakische Aufstände und ihrer Anführer im vormodernen Osteuropa: Heroisierung, Dämonisierung und Tabuisierung der Erinnerung“, in: helden. heroes. héros. 3.2 (2015), S. 115–118.
• Право и плаха: О недавней книге Нэнси Коллманн [Rezension zu: Nancy Shields Kollmann, „Crime and punishment in early modern Russia“, Cambridge & New York 2012], in: Valla. An Interdisciplinary Journal of European Studies, Vol. 3, № 1 (2016), S. 112–115.
• Rezension zu: Antonina Zykova, „Zaren, Bären und Barbaren. Das mediale deutsche Russlandbild am Anfang des 21. Jahrhunderts und seine historischen Wurzeln“, Herne 2014, in: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas, Bd. 65 (2017), Heft 1, S. 171–173.

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