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Dr. Elena Korowin

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Dr. Elena Korowin

Kontakt

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
IGK 1956 Kulturtransfer und ‚kulturelle Identität‘
Stadtstraße 5
79104 Freiburg im Breisgau
Deutschland

elena.korowin[at]mail.igk1956.uni-freiburg.de
Tel.: +49 761 203 98572

Projekt

L’art pour l’art in der bildenden Kunst. Autonomie, Zweckfreiheit und Schönheit

Im heutigen Diskurs wird die l’art pour l’art häufig als Floskel benutzt, um Autonomiebestrebungen von reaktionären Kunstschaffenden zu beschreiben. Im 19. Jahrhundert bedeutete l’art pour l’art eine Befreiung der Kunst aus den Zwängen der Gesellschaft durch Fokussierung auf die Schönheit. Das Ziel der geplanten Arbeit ist es, die Entstehung, Verbreitung und Bedeutung der l’art pour l’art in der bildenden Kunst im 19. Jahrhundert zu untersuchen und ihre Relevanz bis heute zu ergründen. Als Verkürzung eines Grundsatzes aus der Ästhetik Kants 1804 gebraucht, entwickelte sich die Formel l’art pour l’art um 1830 zur selbstbewussten Standortbestimmung der emanzipierten Kunstschaffenden. Vom heutigen Standpunkt unvorstellbar, da sich die l’art pour l’art aus ihrem Entstehungskontext gelöst hat und synonym für ästhetisches Virtuosentum, Formalismus oder Wirklichkeitsferne gebraucht wird. Das widerspruchsvollste Problem der Kunst ist der Streit um eine Kunst als Selbstzweck, oder als ein Mittel zur Verwirklichung praktischer Zielsetzungen. Das Ziel dieser Arbeit ist es, auf der Makroebene das Konzept der Schönheit in der l’art pour l’art mithilfe der kritischen Diskursanalyse im Zeitraum 1830 bis 1900 zu untersuchen und darüber hinaus die wichtigsten Motive und Kunstwerke ikonologisch auf die Bedeutung der Schönheit für eine Autonomie der Kunst zu analysieren, wie sie von Vertreter*innen der l’art pour l’art formuliert worden ist. Diese Betrachtung soll ihre Tiefe auf der Mikroebene durch eine transeuropäische Perspektive bekommen, anhand derer gezeigt werden kann, wie sich die l’art pour l’art in Netzwerken und durch Ideentransfer in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts über den europäischen Kontinent ausbreiten konnte.

Vita
Werdegang

seit Oktober 2016
Postdoktorandin am IGK 1956 „Kulturtransfer und ‚kulturelle Identität’. Deutsch-russische Kontakte im europäischen Kontext“

2014–2016
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kunstwissenschaft und Medienphilosophie an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe

2012–2014
Kuratorische Assistenz an der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden

2013
Promotion in Kunstwissenschaft und Medientheorie an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe bei Prof. Dr. W. Ullrich und Prof. Dr. A. Raev (Otto-Friedrich-Universität Bamberg)
Thema: Der Russen-Boom. Sowjetische Ausstellungen als Mittel der Diplomatie in der Bundesrepublik Deutschland 1970-1990
Ausgezeichnet mit dem ifa Forschungspreis Internationale Kulturpolitik 2016

Oktober 2012–Februar 2013
Lehrauftrag am Institut für Kunstwissenschaft und Medienphilosophie an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe

2008–2012
Freie Mitarbeit (kuratorische Assistenz, Museumskommunikation) an der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden

2007–2008
Mitarbeiterin der Museumskommunikation am ZKM Karlsruhe

2007–2010
Studium der Kunstwissenschaft und Medientheorie, Philosophie und Ästhetik an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe

Publikationen

Dissertation

„Der Russen-Boom. Sowjetische Ausstellungen als Mittel der Diplomatie in der BRD“, Böhlau Verlag, Köln 2015.

Herausgeberschaften

1. „Sebastian Winkler. Musée des matériaux“, Kerber Verlag, Köln 2016.
2. „Balkon zum Balkan“, (Hg.) Staatliche Kunsthalle Baden-Baden, 2015.
3. „Room Service. Vom Hotel in der Kunst und Künstlern im Hotel“, (Hg.) Staatliche Kunsthalle Baden-Baden, Walther König, Köln 2014.

Aufsätze

1. „Das Hotel. Von Gastlichkeit und Repräsentation seit der Antike bis heute“ in “Room Service. Vom Hotel in der Kunst und Künstlern im Hotel“ (Hg.) Staatliche Kunsthalle Baden-Baden, Walther König, Köln 2014, S. 17-25.
2. „Teresa Margolles. La Promesa“ in: „MACHT DER MACHTLOSEN“ (Hg.) Staatliche Kunsthalle Baden-Baden, Walter König Köln 2013, S. 41-42.
3. „Tatlins Geist?“ in: TATLIN. Neue Kunst für eine neue Welt. Internationales Symposium, (Hg.) Museum Tinguely, Hantje Cantz Ostfildern 2013, S. 98-101.
4. „Amazonen, Schwestern oder einfach nur Genossen? Russische Avantgardistinnen und ihre Bedeutung in Deutschland“, in: „Künstlerinnen. Neue Perspektiven auf ein Forschungsfeld der Vormoderne“, (Hg.) Birgit Ulrike Münch, Andreas Tacke, Markwart Herzog, Sylvia Heudecker, Michael Imhof Verlag Petersberg 2017, S. 211-219.
5. „Postcolonial Art in the European Context”, in: „Empire and Colonial Art. An Anthology of Essays“, (Hg.) Maria João Castro, ArTravel Lissabon 2017, S. 177-190.
6. „The Russian Boom: Abstract Art as Means for Cultural Diplomacy between the Soviet Union and West Germany (1970-1990)“, in: „Practices of Abstract Art”, (Hg.) Isabel Wünsche und Wiebke Gronemeyer, Cambridge Scholars Publishing 2016, S. 207-224.
7. „Traum, Trauma und Tabu. Verbotene Kunst 2006 in Moskau“, in: “When Exhibitions become Politics”, (Hg.) Verena Krieger und Elisabeth Fritz, Böhlau Verlag Köln, 2016, S. 183-202.

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