Anastasia Evmenova

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Anastasia Evmenova

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RGGU Moskau
Miusskaja Pl. 6
125993 Moskau
Russland

anastasia.evmenova[at]igk1956.uni-freiburg.de

Projekt

Narrative Strategien der Autorinszenierung (Die Prosa von Michail Šiškin im interkulturellen Raum)

 

Michail Šiškin ist einer der prominentesten russischen Autoren der Gegenwart. Für seine Romane (Die Eroberung von Ismail, Venushaar, Briefsteller), welche ihm die Anerkennung der Literaturkritiker einbrachten und die Liebe der Leser gewannen, wurden ihm alle bedeutenden nationalen Literaturpreise verliehen. Seine Werke sind in mehreren Sprachen übersetzt und wecken immer wieder ein reges Interesse bei russischen sowie ausländischen ForscherInnen. 2016 fand in Krakau die internationale Konferenz „Signifikanteste Namen der zeitgenössischen russischen Literatur“ statt, die dem Schaffen von Šiškin gewidmet war: nach der Logik der VeranstalterInnen, ist er nicht nur die Schlüsselperson der russischen, sondern auch der zeitgenössischen europäischen Literatur.

Aber der Autor, der ab der Mitte der 1990er Jahre in der Schweiz lebt, ist neben seinem literarischen Schaffen auch als Kulturvermittler und als politischer Kommentator tätig. Er nimmt an Diskussionen zur politischen Situation in seiner Heimat aktiv teil und trägt zur kulturellen Annäherung zwischen Russland und dem deutschsprachigen Raum bei: in Russland fördert er Texte deutschsprachiger Autoren aus der Schweiz und in seinen auf Deutsch verfassten Aufsätzen und Büchern erzählt er über die markantesten VertreterInnen der russischen Literatur, Geschichte und Musik. Aus diesen Aspekten seiner schöpferischen Tätigkeit entsteht Michail Šiškins Bild für die Öffentlichkeit. Seine fiktionale und nichtfiktionale Prosa sowie seine Beiträge und Meinungsäußerungen in Massenmedien markieren seine Position innerhalb des literarischen, kulturellen und sozialen Feldes und schaffen eine ziemlich konsequente Autorengestalt, die zum wesentlichen Teil von seinem Leben an der Grenze zwischen zwei kulturellen Räumen geprägt ist.

Das Projekt zielt darauf ab, die Mechanismen der Selbstinszenierung von Michail Šiškin in thematisch und gattungsspezifisch ganz unterschiedlichen Texten nachzuvollziehen und diese aus narratologischer Perspektive – als eine narrative Strategie – zu reflektieren. Zentral ist dabei die Frage, wie durch das Erzählen das Bild des Autors konstruiert wird und wovon es gesteuert wird. Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt im Verhältnis zwischen seinen Rollen in unterschiedlichen kulturellen Systemen und den entsprechenden narrativen Spezifiken der Selbstinszenierung.    

 

Betreuungsteam:
Prof. Dr., Lic. theol. Natalija Bakši (Erstbetreuung)
Prof. Dr. Elisabeth Cheauré
Prof. Dr. Dirk Kemper

 

Vita

Seit Okt 2019
Kollegiatin des Internationalen Graduiertenkollegs 1956 „Kulturtransfer und ‚kulturelle Identität‘ – Deutsch-russische Kontakte im europäischen Kontext“


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