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Franziska Altmann

Portrait von Altmann

Franziska Altmann

Kontakt

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
IGK 1956 Kulturtransfer und ‚kulturelle Identität‘
Stadtstraße 5
79104 Freiburg im Breisgau
Deutschland

franziska.altmann[at]igk1956.uni-freiburg.de
Tel.: +49 761 203 98670

Projekt

Nado bojat‘sja – Das russische Horror-Genre in Filmadaptionen von Gogol‘s “Vij”

Anfang dieses Jahres erschien die dreiteilige Kinoserie Gogol’ des Regisseurs Baranovs , deren zweiter Teil Gogol’. Vij. mit dem russischen nationalen Filmpreis ausgezeichnet wurde. Erst vier Jahre zuvor zählte Stepčenkos Vij, erstmals als 3D-Verfilmung auf der Leinwand, zu den Kassenschlagern der russischen Filmindustrie. Gogol’s 1835 im Sammelband Mirgorod erschienene phantastische Erzählung Vij erlebt gegenwärtig in der russischen Kinokultur eine Renaissance: 1909 erstmals cineastisch inszeniert, gilt Vij als Grundstein des russischen Horrorfilms und wurde über verschiedene Dekaden bis heute zwölf Mal national und international adaptiert.
Gogol‘ schuf mit Vij einen gotičeskij roman, angelehnt an den Stil der britischen gothic novel und des deutschen Schauerromans. Die Gründe für den langhaltenden Erfolg manifestieren sich einerseits in einem aktuellen Aufleben der Gothic-Epoche sowie in Gogol’s Rolle als russischer Nationalschriftsteller auf der Suche nach nationaler Identität andererseits.
Das Dissertationsprojekt versteht sich als Schnittstelle der Literatur-, Kultur- und Filmwissenschaft und untersucht, inwiefern sich durch in- und externe Wechselwirkungen ein eigenständiges Folk Horror-Subgenre im russischen Film entwickelt. Anhand der kulturwissenschaftlichen Methode des wide reading werden innerhalb der Erzählung Elemente herausgearbeitet, die das Sujet als düsteres Kunstmärchen identifiziert: Dabei spielen neben der Folkloristik der Malorossija auch Themen wie sexueller Übergriff, brutaler Mord oder Nekromantie eine tragende Rolle. Mithilfe dieser Typologie werden im zweiten Schritt die zwölf nationalen und internationalen Filmadaptionen von Vij aus über mehr als einem Jahrhundert (1909-2018) analysiert. Die (inter-) nationalen Spielarten des Gothic sollen im Rückschluss die Auseinandersetzung mit kultureller Identität im russischen Horrorfilmgenre verdeutlichen.
Das Projekt verfolgt nicht nur das Ziel, die nationale und internationale Sichtbarkeit der interdisziplinären slawistischen Forschung zu steigern, sondern auch die Bedeutung des Horrorfilmgenres für die russische nationale Filmkultur herauszuarbeiten.

Betreuungsteam:
Prof. Dr. Evi Zemanek
Prof. Dr. Joachim Grage
Prof. Dr. Ekaterina Dmitrieva

Vita
Seit Okt 2019
Kollegiatin des Internationalen Graduiertenkollegs 1956 „Kulturtransfer und ‚kulturelle Identität‘ – Deutsch-russische Kontakte im europäischen Kontext“

Dez 2018 – Sep 2019
Mitarbeiterin für Tagungsmanagement im Projekt „Leistung macht Schule“ an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe

Mär – Nov 2018
Mitarbeiterin für Projektorganisation und -kommunikation des Projektbüros Deutsch-Kasachische Universität an der Hochschule Schmalkalden

Seit Mai 2017
Annahme als externe Promovendin am Institut für Slawistik & Kaukasusstudien an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. (Vorläufiger) Titel der Dissertation: „Nado bojat’sja- das russische Horror-Genre in Gogol’s Vij“

Aug 2016 – Sep 2017
Honorardozentin für Deutsch als Fremdsprache an der Technischen Universität Ilmenau

Sep 2014 – Mai 2016
Sprachassistentin am Sprachlernzentrum des Goethe-Instituts Kaliningrad, Russische Föderation

Feb 2013 – Jun 2013
DAAD „Go East“-Stipendiatin an der Belarussischen Staatlichen Universität Minsk, Belarus

Sep 2012 – Jan 2013
Erasmus Plus-Stipendiatin an der University of Manchester, UK

Okt 2011 – Jun 2014
Masterstudium der Ostslawistik an der Universität Leipzig.
Titel der Masterarbeit: „Lev Tolstoj goes to Hollywood: Russianness in drei Anna Karenina Verfilmungen“

Okt 2008 – Jun 2011
Bachelorstudium der Ostslawistik an der Universität Leipzig. Titel der Bachelorarbeit: „Die Utopie als Topos in Artur Klinaŭs Essay Minsk-Sonnenstadt der Träume“


Akademische Mitgliedschaften

seit 2018
Mitglied im Deutschen Slavistenverband

Okt 2009 – Dez 2010
Gewähltes Mitglied im Fachschaftsrat Slawistik und Sorabistik an der Universität Leipzig


Publikationen

Russian Slashers/A Subgenre’s Development through Politics, in: Booth, Paul/Karkanias, Alena (Hrsg.): A Celebration of Slashers/The 2018 DePaul Pop Culture Conference, San Francisco 2018, S. 27-34.

Artur Klinaŭs Essay Malaja padarožnaja knižka pa horadze Sonca/Minsk als Utopia, in: Nádeníček, Petr/Różanska, Katarzyna/Weigl, Anna (Hrsg.): Junge Slavistik im Dialog III/Beiträge zur VI. Slavistischen Studentenkonferenz, Hamburg 2012, S. 9-15.


Vorträge

Aug 2018
14th International Gothic Association Conference “Gothic Hybridities: Interdisciplinary, Multimodal and Transhistorical Approaches” an der
Manchester Metropolitan University, UK
Vortragstitel: „Nado bojat’sja – the Russian Horror Genre in Nikolaj Gogol’s Movie Adaptations Viy“

Mai 2018
Pop Culture Conference „A Celebration of Slasher“ an der DePaul University Chicago, USA
Vortragstitel: „Russian Slashers − A Subgenre’s Development through Politics“

Jan 2011
Konferenz „Junge Slavistik im Dialog“ an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Vortragstitel: „Artur Klinaŭs Essay Malaja padarožnaja knižka pa horadze Sonca − Minsk als Utopia“

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