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Polina Orekhova

Polina Orekhova

Kontakt

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
IGK 1956 Kulturtransfer und ‚kulturelle Identität‘
Stadtstraße 5
79104 Freiburg im Breisgau
Deutschland

polina.orekhova[at]igk1956.uni-freiburg.de
Tel.: +49 761 203 98570

Projekt

Die produktive Rezeption des russischen Denkens in Thomas Manns „Doktor Faustus“

Das Dissertationsprojekt ist der Untersuchung der schöpferischen Rezeption des russischen Denkens in Thomas Manns Roman Doktor Faustus unter Berücksichtigung der historisch-politischen Kontexte gewidmet. Eines der Leitmotive des Doktor Faustus stellt die Problematisierung der Frage nach dem Ursprung des Bösen in der Welt vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte der 1930er und 1940er Jahre dar. Zur Komposition der verhandelten Motive und Ideen bedient sich Thomas Mann für seine Argumentationsstruktur unter anderem ausgewählter Werke der russischen Literatur. Besonders wichtig in diesem Zusammenhang erscheinen drei russische Autoren: Fedor Dostoevskij, Lev Tolstoj und Dmitrij Merežkovskij. Während Dostoevskij und Tolstoj in Russland nicht nur als Literaten, sondern auch als Denker und Philosophen auftraten, galt und gilt Merežkovskij als einer der einflussreichsten Theoretiker und Schriftsteller des russischen Symbolismus, der unter anderem die europäische Rezeption Tolstojs und Dostoevskijs nachhaltig prägte. Dementsprechend zielt das Dissertationsprojekt darauf ab, zu erforschen, inwieweit das russische Gedankengut von Thomas Mann produktiv rezipiert und für dessen eigenes Argumentationssystem adaptiert wurde. Dabei werden Dostoevskij, Tolstoj und Merežkovskij in erster Linie in ihrer Funktion als philosophisch-ideelle Vorbilder Manns betrachtet.
Obwohl die Thomas-Mann-Forschung bereits umfangreich und vielseitig ist, fehlt es bisher an einer ausführlicheren Arbeit, welche die Rezeption des russischen Denkens in Doktor Faustus in deren Komplexität und im Zusammenhang mit der zeitgeschichtlichen Ebene des Romans aus der Sicht der Kulturtransferforschung betrachtet. Am Beispiel des Spätromans Manns können die Kulturtransferprozesse während dieser höchst angespannten Periode der deutsch-russischen Beziehungen – der Ära des Zweiten Weltkrieges – untersucht werden.

Betreuungsteam:
Prof. Dr. Dieter Martin (Erstbetreuung)
Prof. Dr. Dietmar Neutatz
Prof. Dr. Dirk Kemper

Vita
Seit Nov 2019
Kollegiatin des Internationalen Graduiertenkollegs 1956 „Kulturtransfer und ‚kulturelle Identität‘ – Deutsch-russische Kontakte im europäischen Kontext“

Okt 2018 – Feb 2019
Auslandssemester an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Deutschland

2017- 2019
Masterstudium der Russlandstudien: Literatur, Geschichte, deutsch-russischer Kulturkontakt an der ALU Freiburg und der Russischen Staatsuniversität für Geisteswissenschaften (RGGU) Moskau

Okt 2012 – Feb 2013
Auslandssemester an der Humboldt-Universität zu Berlin, Deutschland

2009-2014
Bachelorstudium der Geschichte des Theaters und Theaterkritik an der Russischen Staatsuniversität für Geisteswissenschaften (RGGU) Moskau


Nebentätigkeiten

März 2018 – Mai 2018
Praktika am Goethe-Institut Moskau


Publikationen
Das Doppelgänger-Motiv in Hofmansthals „Reitergeschichte“. In: Deutsche Literatur und Kultur. 2. Studentische Konferenz am Thomas Mann-Lehrstuhl für Deutsche Philologie an der RGGU-Moskau“. Moskau, S. 23-29.


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